MOSGK
Herbst-Styling
14. November 2015
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Venedig

MOSGK

Ciao Venezia!

 

Schee war´s! So schee!

Es ist immer so schee wenn ich in Venedig bin und jedes Mal so anders schee!

Abgesehen davon ist jedes meiner Spontan-Reisen so anders aufregend. Wie das letze Mal auch. Dabei plane ich es nicht einmal.

Ich liebe Venedig. Es ist eines meiner Lieblingsstädte – wenn es nur nicht so voll touristisch wäre. Ein ruhiges Venedig kenne ich allerdings nicht. Das letze Mal war ich nach meinem Geburtstag mit meiner Freundin Aylin hier gewesen. Unter dem Motto: „Vivi i colori“, zu deutsch „Lebe die Farben“, besuchten wir den venezianischen Karneval. In der Tat war es sehr bunt und vor allem bombenvoll gewesen!

Diesmal bat mich meine Cousine um Begleitung, da sie aus Ordu / Türkei für ein Symposium nach Ljubljana / Slowenien kam und bei der Gelegenheit auch Venedig sehen wollte. Daraufhin plante sie ihre Busreise von Ljubljana nach Venedig und ich die meine von München nach Venedig.

Bereits vor Reiseantritt begann schon meine Erlebnisreise, da ich bereits einen Tag vor Fahrtantritt die Rückmeldung vom Reiseanbieter darüber erhielt, dass dieser aufgrund fehlender Teilnehmer storniert werden müsse. Ich hätte meine Cousine nicht alleine lassen können und buchte alternativ eine andere Busreise nach Venedig. Allerdings, handelte es sich diesmal nicht um eine Tagesreise, sodass ich kurzfristig auch noch eine kostengünstige Unterkunft finden musste. Glücklicherweise wurde ich im Internet fündig und buchte ein sehr erschwingliches Doppelbettzimmer im Stadtzentrum Venedig´s.

Der Tag brach an und meine Reise begann in der Frühe um 04:00 Uhr mit dem Zug nach München. Bereits in München angekommen, gab es eine Flüchtlingskontrolle, welche mich eine Stunde verspäten ließ. Ein Glück, dass ich damit gerechnet hatte und ich trotzdem genügend Zeit fand um noch in Ruhe meinen Kaffee zu trinken.

Die Busreise verlief ganz gut, auch wenn ich eine sehr kontaktfreudige Sitznachbarin hatte.

Mit meiner Cousine hatten wir einen Treffpunkt am Piazza San Marco ausgemacht. Wir wollten uns spätestens um 15:00 Uhr dort treffen. Leider standen wir lange im Stau und unser Busfahrer hatte sich zudem noch verfahren weshalb wir erst gegen 17:oo Uhr in Tronchetto ankamen. Mit dem People Mover fuhr ich zum Piazalle Roma und aufgrund der Verspätung fuhr ich von dort aus direkt mit dem Vaporetto nach Fundamente Nuove weiter – direkt zum Hotel.

Ich war so überglücklich darüber, dass ich auf Anhieb das Hotel fand. Die Adress-Suche in Venedig gestaltet sich nämlich unheimlich schwierig und ist sehr verwirrend, da es keine wirklichen Straßennamen gibt. Man orientiert sich nach Sistiere (Stadtsechstel) und Hausnummern. Am besten auch nach Sehenswürdigkeiten, bzw. Läden, Restaurants in der Nähe etc.

Das Hotel, welches ich im Internet gebucht hatte, befand sich sehr verwinkelt in einem der sehr engen Gassen (Calle) Venedig´s. Von der 24-h-Rezeption war leider keine Spur. Ich klingelte Sturm und es machte mir niemand die Türe auf. Die Adresse war richtig, hundertprozentig richtig. Ich stand nun vor dem Hotel und kam nicht rein. Weit und breit waren weder Hotel-Gäste noch Hotel-Besitzer zu sehen. Ich erreichte weder den Besitzer unter der im Internet angegebenen Telefonnummer, noch meine Cousine auf ihrem Handy. Verzweifelt stand ich ca. zwei Stunden vor dem Hotel in der Hoffnung, dass mich meine Cousine hier findet. Vor Reiseantritt hatte ich ihr die Anschrift von meiner Unterkunft mitgeteilt. Es wurde immer dunkler und ich verlor immer mehr die Hoffnung bis ich endlich jmd. vom Hotel tel. erreichen konnte. Der Anruf brachte mich jedoch überhaupt nicht weiter, da sich mein Gesprächspartner weder auf Englisch noch auf Deutsch oder Türkisch unterhalten konnte. Stattdessen legte er nach den ersten, versuchten Italienisch-Wörtern auf.

In mir stieg sowohl Wut als auch Angst auf. Zum einen hatte ich das Gefühl über´s Ohr gehauen worden zu sein, zum anderen wusste ich nicht wie ich die Nacht ohne Unterkunft überstehen sollte. Hinzu kam, dass ich keinen Kontakt zu meiner Cousine herstellen konnte. Ich wusste auch nicht wie es ihr geht. Das Hostel welches sie gebucht hatte, war leider weiter entfernt, sodass ich keine Chance gehabt hätte noch an dem Abend wieder zurückzukehren, zumal ihr Hostel bereits voll gebucht war.

In einem Augenblick der Leere wurde eine einheimische, junge Frau auf mich aufmerksam und sprach mich an. Ich frage mich heute noch, welchen verzweifelten Eindruck ich wohl  hinterlassen haben muss. Nachdem ich ihr meine Situation geschildert hatte zog sie das Handy aus ihrer Tasche, fragte mich nach der Telefonnummer vom Hotel und rief dort an. Meine Retterin in Not muss so temperamentvoll mit dem Besitzer gesprochen haben, dass er binnen Minuten bei uns stand und sich mehrmals bei mir entschuldigte. Bis ich beruhigt in meinem Zimmer einquartiert wurde, wich sie auch nicht von meiner Seite. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie oft ich mich bei ihr bedankt habe.

Wie sie mir erklärte, soll das Hotel, welches ich gebucht hatte, einen Tag zuvor neu eröffnet haben. Daher war der Besitzer unterwegs und niemand im Hotel anwesend gewesen. Tatsächlich schien mir das Hotel sehr neu und unangetastet.  Dennoch kein Grund für diese Unannehmlichkeiten, wie ich finde.

Nachdem sich meine Retterin in Not von mir verabschiedete, konnte ich den Besitzer noch mit Händen und Füßen nach dem Wifi-Kennwort fragen. Daraufhin meinte er, so denke ich, dass er diese kurz holen und kommen würde. Ich wartete unermüdlich und er kam jedoch nicht.

Stattdessen klingelte jmd. sehr oft und lange an der Haustüre. Der Abend brach inzwischen ein und mich packte die Angst. Dennoch dachte ich mir, dass sich vllt. jmd., genauso wie ich, hierher verirrt haben könnte, daher öffnete ich ermutigt die Türe. Mit dem Öffnen der Türe schien mir auch die Tore des Paradieses geöffnet zu haben, da vor mir plötzlich meine Cousine stand, welche ich in der ganzen Tortur für eine kurze Zeit völlig vergaß. Wie ein Engel auf Erden umarmte sie mich direkt und all´meine Sorgen waren auf einmal wie weggeblasen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause zogen wir dann endlich durch Venedig´s abenteuerlichen Gassen und kamen auch endlich mal zum Essen worauf ich den ganzen Tag gewartet hatte. Es gibt nichts besseres wie eine richtig gute, italienische Pizza!

Meine Cousine übernachtete schließlich mit mir im Hotelzimmer, da außer uns ohnehin keine Gäste im Hotel anwesend waren. Die beste Entscheidung, die wir treffen konnten! Denn gleich am Morgen in der Frühe zogen wir wieder los um unseren halb vergeudeten Tag wieder gut zu machen. Venedig ist einfach atemberaubend schön! Viel zu schön um auszuschlafen! Ich kenne keine romantischere, malerische Stadt wie Venedig!

Unsere Venedig-Reise neigte sich dem Ende zu und ich begleitete meine Cousine zum Bahnhof Mestre, wo ihr Busfahrer sie abholen sollte. Obwohl wir pünktlich ankamen, war lange Zeit kein Busfahrer in Sicht. Nachdem meine Cousine ihre Online-Tickets in einem Café mit WLAN-Hotspot überprüft hatte, stellte sie mit Entsetzen fest, dass sie ihre Hin- und Rückreise für den selben Tag gekauft hat. Meine Cousine eben. Wir sind beide gleich planlos 🙂

Dennoch hatte sie Glück im Unglück und wir buchten ihr ein Zugticket nach Trieste, wo sie von dort aus mit einem anderen Bus nach Ljubljana fuhr.

Meine Busreise verlief „eigentlich“ ganz gemütlich, bis wir in Kufstein (Grenze zum Freistaat Bayern) wieder in eine Flüchtlingskontrolle gerieten und ich meine Anschlusszüge in München verpasste. Mein Vater musste mich spät in der Nacht von Kufstein abholen, da ich sonst in der Frühe nicht in die Arbeit gekommen wäre.

Was mir von meiner aufregendsten Venedig-Reise geblieben ist, ist eine Narbe (aufgrund eines Riesenpickels den ich auf einmal in der Stresssituation vor dem Hotel bekam), schönste Erinnerungen und Bilder, welche ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Viel Spaß beim Ansehen!

Venedig – Selfies